Günther Grossmann 13.7.1918 – 6.12.2015

Günther Grossmann 13.7.1918 – 6.12.2015

Lieber Günther!

Es ist soweit, wir müssen Abschied nehmen.

Du gehst auf die große Fahrt zu unseren Vätern und Ahnen.

Du bist Ihnen immer treu geblieben, Du bist ihrer würdig. Du wirst einen Ehrenplatz unter ihnen einnehmen und mit ihnen über uns Lebende wachen, bis auch wir einst zum großen Appell abberufen werden – dann sehen wir uns wieder! Du folgst nun Uwe, deinem geliebten Sohn, und Martl, Deiner Frau, die dir vorangegangen sind.

Der liebe Gott hat es gnädig mit Dir gemeint und Dir bis in das hohe Alter den klaren Geist erhalten. Deine Vorbereitungen waren abgeschlossen, Du hast auf den Tod gewartet. Als die Stunde schließlich kam, warst Du bereit.

„Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben.“

In einem unserer Lieblingslieder heißt es auch:

„Es sitzt keine Krone so fest so hoch, der mutige Springer erreicht sie doch“.

Du bist Dir und Deinen Idealen treu geblieben wie kein anderer, und mutig gesprungen bist Du allemal. Wer hätte die Krone des Lebens verdient, wenn nicht Du?

In unseren Liedern haben wir uns getroffen und gefunden. Nach Schillers Versen aus dem Wallenstein hast Du gelebt: Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein!

Ich erinnere mich gut an unsere erste Begegnung im Jahr 1987. Es war auf einem Parteitag, ich saß auf dem Präsidium und beobachtete den Einzug des Kreisverbandes Traunstein, seinerzeit der – nach München! – mitgliederstärkste Kreisverband der ÖDP. Das war Dein Werk. Man sah sofort: hier kommt einer, der führen und begeistern kann. Als stellvertretender Bürgermeister von Reit im Winkl hattest Du die CSU verlassen, weil dort nur die Fremdenverkehrsinteressen zählten. Dir aber ging es immer um das Ganze, um das Bewahren von Schöpfung, Natur und Heimat.

Da war endlich einmal ein aufrechter, freier Mensch, der zu seinen Überzeugungen stand, geradlinig und wahrhaftig. Ein herausragender, unbeugsamer Charakter, an dem wir Jüngeren uns ein Vorbild nehmen konnten.

In der Politik sind solche Menschen fehl am Platz, Charakter und Wahrhaftigkeit sind in diesem Metier nicht gefragt. Aber das musstest selbst Du mit fast siebzig Jahren erst noch lernen. In Herbert Gruhls ÖDP konnten sich damals noch einige Idealisten halten, weil die Partei unbedeutend war und weder Macht, Posten noch Steuergeld zu verteilen hatte. –

Mein lieber, alter Freund! Mit Dir geht nun mein letzter und bester Freund aus der Generation meiner Eltern. Eine großartige Generation, die in ihrer Jugend hart geprüft wurde.

Dein Vater war Werksarzt im Ruhrgebiet. Auch Dir wurde die nationalliberal-preußische Gesinnung vermutlich in die Wiege gelegt. Das unverdiente Glück einer guten Kinderstube verpflichtete zur Verantwortung gegenüber denen, die solches Glück nicht hatten. Du bist gemeinsam mit den Arbeiterkindern aufgewachsen; man lernte früh, einander zu schätzen.

Ich glaube, Du warst noch im Jungnationalen Bund, ehe die jungen Bünde nach der Machtergreifung aufgelöst und in Hitlerjugend und Jungvolk überführt wurden. Damit wurdest Du plötzlich mit 15 oder 16 Jahren Jungvolkführer und hattest 800 Jungen zu organisieren. Du musstest Dir gute Unterführer suchen, und die kamen natürlich alle aus den zuvor aufgelösten jungen Bünden. Ideologie wurde als lästig empfunden, es ging Euch um Gemeinschaft und Sinn.

In den Liedern jener Zeit hast Du Sinn gefunden:

„Wir sind nicht Bürger, Bauer, Arbeitsmann – reißt die Schranken doch zusammen! Uns weht nur eine Fahne voran, die Fahne der jungen Soldaten!“

Die alten Klassenschranken waren in der Frontkameradschaft des ersten Weltkrieges absurd geworden, ihr wolltet sie überwinden. Wer wollte Euch das verübeln? Man kann es weder Euch, Eurer Begeisterungsfähigkeit oder der Idee ankreiden, dass Ihr damit vor den Karren der Mächtigen gespannt wurdet.

Du hast Dich nie den Mächtigen verpflichtet gefühlt. Dein Herz schlug für Deine Leute und für Dein Volk. Verbunden und verpflichtet fühltest Du Dich den Zahl- und Namenlosen, die unschuldig und im besten Glauben an Ihr Volk zu allen Zeiten ihr junges Leben für andere gegeben haben. Das waren schon immer die Besten eines Volkes. Denn niemand hat größere Liebe als die ihr Leben lassen für ihre Freunde!

Ihr wart junge Soldaten. Ihr seid nicht mit Hurra in den Krieg gezogen, sondern mit Skepsis. Deine militärische Laufbahn war dann nur sehr kurz.

Es entbehrt nicht der Ironie, dass ausgerechnet wir zwei es in diesem Fach nicht weiter gebracht haben! In Deinem Fall wurde die militärische Karriere allerdings durch einen Kopfschuss in den ersten Tagen des Polenfeldzuges jäh beendet, ehrenhafter geht es nicht. Zum Glück war der Schuss nicht tödlich, aber das Loch in der Schädeldecke ist Dir geblieben.

Du warst Soldat und hast den Kopf für andere hingehalten. Soldaten zahlen mit dem Einsatz ihres Lebens den Preis für die Verbrechen der Regierungen. Du hast früh erkannt, dass Staat und Obrigkeit die schlimmsten Verbrecher sein können.

„……..die anderen ruhen in Flandern. Sind die vor Gottes Augen gleich – die einen und die andern?“

Du warst bei den andern, Du bist immer einer von den Jungen geblieben. Vor vielen Jahren hast Du mir den „Wanderer zwischen den Welten“ geschenkt. Seinen Leuten vorleben ist Leutnantsdienst, das Vorsterben ist ein Teil davon. So hast Du es gehalten.

Du warst Preuße aus Herkunft und Überzeugung. Der alte Fritz war immer in Sichtweite. Nur echten Preußen und Bayern wie Dir ist es möglich, als Protestant im katholischen Pfarrgemeinderat mitzuwirken. Man hat seinen Mann zu stehen, wo man gebraucht wird. In der bayerischen Liberalität warst Du damit gut aufgehoben.

Nach Deiner Ausmusterung hattest Du ein Medizinstudium begonnen. Du konntest aber nicht studieren, während Deine Kameraden und Freunde an der Front waren. Du konntest Dich in der Kinderlandverschickung nützlich machen. Dort lerntest Du die Martl kennen, mit der zusammen Du Lager zu leiten und später vor allem zu evakuieren hattest. Gemeinsam habt ihr im Chaos des Kriegsendes noch viele Kinder aus Böhmen evakuiert – und wahrscheinlich etlichen das Leben gerettet.

Nach dem Krieg musste eine Existenz aufgebaut werden. Martl hatte handwerkliches Geschick und die Tradition ihrer Heimat mit in die Ehe gebracht. Du machtest Dich auf den Weg, um Kunden für das von ihr hergestellte Holzspielzeug zu suchen.

Karstadt wurde Dein erster großer Kunde. Das Geschäft wuchs, ihr konntet die alte Försterei in Reit im Winkl erwerben und die Produktion erweitern. Hannelore und Uwe kamen zur Welt. Es müssen glückliche Zeiten gewesen sein.

Die Jungen habt Ihr im Alpenverein auf die richtige Spur gebracht. Du übernahmst die Leitung der Sektion Kössen-Reit im Winkl im Österreichischen Alpenverein. Zahllose junge Menschen haben durch Lieder und Kameradschaft in Euren Alpenvereinslagern prägende Erlebnisse erfahren.

Das alles hätte ein märchenhaftes Glück sein können…..

Doch dann, mitten hinein wie der Blitz aus heiterem Himmel, der furchtbare Schicksalsschlag: Uwe wurde in der Blüte seiner Jugend aus dem Leben gerissen.

Wir können nur ahnen, wie sehr dieser Verlust Eure Ehe und das Leben der Familie verändert und fortan bestimmt haben mag.

Eure Ehe war auf Kameradschaft gegründet, das Leben musste weitergehen. Aber es konnte sicher nie wieder so werden wie vorher. Uwe behielt immer seinen herausragenden Platz in Deinem Leben. –

Und trotzdem: Noch viele Jahrzehnte nach diesem bitteren Schlag warst Du anderen ein Vorbild an Lebensbejahung, Tatkraft und Begeisterungsfähigkeit.

Die nach Martls Entwürfen entstandenen Holzfiguren, Hampelmänner und Märchenmotive haben mehr als fünf Jahrzehnte lang Kinderherzen in aller Welt erfreut. Heute verlangt der Markt anscheinend andere Sachen, die zu Euch nicht passen würden.

DSC_0426Manche alpenländischen Lieder habe ich von Euch gelernt. Du warst ganz in Deinem Element, wenn wir auf der Hemmersuppenalm unsere alten Lieder gesungen haben. Dein Vermächtnis wird in den Liedern weiterleben.

Das Schicksal Deines Volkes hat Dich bewegt, Du hast daran gelitten. Seiner jüngeren Geschichte hast Du ein eigenes Buch gewidmet, es trägt den Titel:        „Von Versailles bis Maastricht“. Im Schicksalsjahr 1918 hast Du das Licht der     Welt erblickt, die Folgen des Versailler Diktats hast Du als Zeitzeuge erlebt.

Menschen Deines Schlages sind selten geworden, sie haben Dir im täglichen Umgang ebenso gefehlt wir mir. Wir haben uns verstanden wie Vater und Sohn.    Ich bin stolz auf Deine Freundschaft, sie war mir eine Ehre.

Am Tage Deiner Beerdigung stand ich in der Jägerprüfung, ungefähr doppelt so     alt wie die anderen angehenden Jungjäger. Ich glaube, daß das ganz in Deinem Sinne gewesen wäre! Es geht auch hier um die Bewahrung der bodenständigen Kultur, die uns beiden immer wichtig war.

Und wir müssen für unsere kleine, verlorene Schar der Freien und Jungen immer neue ökologische Nischen suchen!

Lieber Günther: Du warst einer von uns!

 

 Bleiben am Ende wir dann im Lager und schüren das Feuer.

Und aus der Asche wird glühender Brand

fahren unsere Scharen wieder durchs Land…..

aus einem Lied von Otto Leis –

 

 

Iran

Das Pflanzenschutzgeschäft der Wacker-Chemie war zu klein und auf Dauer nicht überlebensfähig. In den achtziger Jahren war die Zeit der ganz großen, bahnbrechenden Erfindungen in der Agrarchemie bereits vorüber. Forschung und Entwicklung wurden immer teurer, führten aber nicht zu brauchbaren Ergebnissen. In der Branche hatte ein Konzentrationsprozess eingesetzt. Der Vorstand hatte deshalb Mitte der achtziger Jahre beschlossen, die Forschung auf diesem Gebiet einzustellen und nur die vorhandenen Produkte noch so lange zu verkaufen, wie dies ohne neue Investitionen z. B. in Toxikologie oder dgl. möglich war. Die deutsche Verkaufsorganisation wurde ausgegliedert und verkauft, für das lukrativere Auslandsgeschäft wurde ich als Verkaufsleiter eingestellt. Vor dieser strategischen Entscheidung (und vor meiner Wacker-Zeit) hatte die Leitung des Pflanzenschutzgeschäftes noch versucht, die zu schmale Produktbasis durch Zukäufe und patentfreie Produkte – sogenannte commodities – zu erweitern.

Die Wacker-Chemie produzierte auch einige Grundstoffe und Vorprodukte für Pflanzenschutzmittel, die durch die Abteilung Organische Zwischenprodukte vertrieben wurden. Ciba Geigy in der Schweiz und in Indien wurde mit Zwischenprodukten für die Phosphorsäureester Monocrotophos und Diazinon beliefert. Die Pflanzenschutzabteilung hatte es durchsetzen können, den Wirkstoff Diazinon selbst in der Endstufe herzustellen und zu vermarkten. So sollte die Abhängigkeit von Ciba Geigy zu verringert und die Wertschöpfung im eigenen Unternehmen verbessert werden. Diazinon passte zwar in die Produktionsstruktur des Unternehmens, machte aber dennoch erhebliche Anlageinvestitionen erforderlich und erwies sich auch sonst in keiner Weise als attraktive Ergänzung des Sortiments.

Es gab nun einschließlich Wacker-Chemie drei maßgebliche Hersteller für einen veralteten Wirkstoff mit einem schrumpfenden Weltmarktvolumen von wenigen tausend Tonnen. Der weitaus größte Abnehmer war der Iran, ein Staatshandelsland. In den wesentlichen Märkten und Kulturen der Pflanzenschutzabteilung in Europa war Diazinon nicht zugelassen. Andere Einsatzgebiete außerhalb Irans konnten aufgrund des geringen Bedarfs durch die Wacker-Chemie nicht erschlossen werden, zumal die Registrierungen dort von den Niederlassungen und Vertretungen von Ciba Geigy gehalten wurden. Bei der Entscheidung, Diazinon herzustellen, hatten politische Interessen der Pflanzenschutzabteilung im Vordergrund gestanden und über die Vernunft gesiegt. Auch über die Mathematik, denn man hatte nicht bedacht, dass die Menge des selbst verkauften Endproduktes zu Lasten der Vorproduktverkäufe an Ciba Geigy gehen würde, weil Ciba Geigy Marktanteile an Wacker-Chemie verlieren musste. Wem sonst hätten wir Marktanteile abnehmen können? So hatten beide Abteilungen, Pflanzenschutz und Zwischenprodukte, ein und denselben Weltmarktanteil sehr optimistisch doppelt verplant. So etwas fällt nicht auf in einem Unternehmen, das hauptsächlich Grundstoffe herstellt und sehr weit entfernt ist von den Anwendungen und Märkten der Endprodukte.

Nun war die Diazinon-Anlage in Betrieb und musste ausgelastet werden. Da erhielten wir völlig unerwartet eine Anfrage der FAO nach einer größeren Menge Diazinon für sofortige Lieferung. In Westafrika musste eine Heuschreckenplage bekämpft werden, und das hierfür besser geeignete Insektizid Fenitrothion stand nicht in ausreichender Menge und Zeit zur Verfügung. So konnte die Pilotproduktion elegant verkauft werden, ohne den Markt zu stören.

Ciba Geigy verhielt sich in typisch Schweizer Manier sehr vernünftig und kollegial. Um einen Preiskrieg im Irangeschäft zu vermeiden, wurde die Wacker-Chemie an diesem Geschäft beteiligt. Die Abteilung Zwischenprodukte lieferte weiter die Vorstufe für Monocrotophos an Ciba Geigy Hindustan, deren Leiter sich jedes Jahr einen Scheck in München abholte.

Aus dem Iran kam jedes Jahr eine Ausschreibung über die Lieferung von 1.000 bis 1.500 to Diazinon. Mit den beiden anderen Herstellern – neben Ciba Geigy war noch ein japanisches Unternehmen beteiligt – trafen wir uns von Zeit zu Zeit, um das Vorgehen und die Angebote abzustimmen und festzulegen, wer im jeweiligen Jahr den niedrigsten Preis anbieten und damit den Löwenanteil bekommen würde. Die Japaner hielten sich nicht unbedingt an diese Vereinbarungen und verfolgten jedes Jahr ihr Eigeninteresse. Nachträglich erklärten sie dann sehr freundlich, die Vereinbarungen anders aufgefasst oder aus anderen wichtigen Gründen nicht beachtet zu haben.

Schließlich kamen auch wir einmal mit dem besten Angebot zum Zuge und sollten über 1.000 to Diazinon an den Iran liefern, ein Auftragswert von mehr als 10 Mio DM. Die Verhandlungen in Teheran nahmen immer einige Tage in Anspruch, weil man nie genau wusste, wann man von der Einkaufskommission empfangen werden würde. Es gehörte offenbar zum Ritual, den Lieferanten etwas warten zu lassen. So blieb auch immer Zeit für Ausflüge in die Umgebung und Wanderungen in den Bergen. Iran befand sich zu jener Zeit im Krieg mit dem Irak und ganz selten erreichten auch Teheran einzelne Raketen. Die einzige wirkliche Gefahr bestand aber in einer nächtlichen Taxifahrt zum Flughafen mit einem übermüdeten Chauffeur, der die Augen nicht mehr offen halten konnte. Wände und Mauern waren in der ganzen Stadt mit blutrünstiger Kriegspropaganda bemalt, neben den üblichen antiamerikanischen und antiwestlichen Parolen. Als Deutscher wurde man aber überall sehr freundlich behandelt. Die Perser waren mir sympathisch, mit Stolz und Würde einer alten Kultur. Von Bestechung und Korruption war nichts zu sehen, aber überall wachten auch die scharfen Augen der Pasdarán, der „Revolutionswächter“. Und doch hatte man immer das Gefühl, dass im Orient alles verhandelbar ist und Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, wenn man dem anderen freundlich und geduldig begegnet. Daraus kann Vertrauen und Freundschaft entstehen. Massoud Haddad, unser Vertreter im Iran, hat es so erklärt: „Bei uns im Orient steht bei wirklich guten Geschäften nicht mehr das Geld im Mittelpunkt, sondern es muss Freundschaft entstehen“. Unter Freunden ist das Geben wichtiger als das Nehmen, der materielle Gewinn wird zur Nebensache und kommt ganz von selbst, weil sich Freunde eher in Großzügigkeit überbieten, statt sich zu betrügen oder einander über den Tisch zu ziehen.

Dieses gemeinsame Verständnis verband zu allen Zeiten gute und erfolgreiche Kaufleute überall in der Welt. Ein schöner, großartiger Beruf. Nicht nur im Orient hat man sich hier und da einen Sinn für die Zusammenhänge von Vertrauen und Kredit, Geben und Nehmen bewahrt. –

Aber Einkäufer in Staatshandelsländern sind aus anderem Holz geschnitzt. Mit dem Angebot musste eine Bietergarantie abgegeben werden; eine Bankgarantie in Höhe von 5 % des Auftragswertes, die der Kunde einlösen kann, falls der Anbieter nicht buchstabengetreu zu seinem Angebot steht. Bei Auftragserteilung hatte der Lieferant eine Leistungsgarantie (performance bond) in Höhe von 10 % des Auftragswertes abzugeben. Die Sendung wurde vor und nach dem Bahntransport in den Iran von unabhängigen, spezialisierten Firmen kontrolliert und dokumentiert. Dennoch behauptete die iranische Einkaufsbehörde nach Übernahme der Lieferung, dass der Inhalt der Fässer mit Wasser verunreinigt sei. Dem Vertreter in Iran wurde mit Gefängnis gedroht und die zehnprozentige Liefergarantie wurde geltend gemacht bzw. einbehalten. Vor einem iranischen Gericht dagegen zu klagen, erschien uns aussichtslos. So erhielt der Iran die Ware um über eine Million DM günstiger und für uns war das Geschäft nicht mehr kostendeckend. Ein Fall für die Exportversicherung…

Es dürfte nicht von ungefähr den neuesten und schwächsten der drei Hersteller getroffen haben. Der Iran brauchte mehr als einen Anbieter, aber nicht mehr als zwei. Auf Ciba Geigy und deren andere Produkte hätte der Iran nicht verzichten können…

 

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