In Frankfurt hat die europäische Zentralbank ihren Sitz. Dort wird die Geldpolitik für alle Euroländer entschieden. Der Wert des Geldes wird also durch Politik bestimmt, nicht durch Angebot und Nachfrage.

Die Preise für knappe Güter ergeben sich im allgemeinen aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Ein Überangebot führt zu sinkenden Preisen, Knappheit führt zu steigenden Preisen. Das Geld der Notenbanken kann aus dem Nichts geschaffen werden und die Zentralbanken EZB und FED haben es sich zur Aufgabe gemacht, es nie knapp werden zu lassen. Damit soll deflationären Tendenzen in der Realwirtschaft entgegengewirkt werden.

Warum das nicht funktionieren kann, ist derzeit an zwei populären Beispielen zu beobachten:

Die Milcherzeuger beklagen einen ruinösen Verfall des Milchpreises. Der Milchpreis ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Wenn er hoch ist, wird weltweit sofort in Milcherzeugung und Erweiterung investiert, mit viel Fremdkapital und Niedrigstzinsen dank billigem Geld von der Zentralbank. So dauert es nur ein, zwei Jahre, bis ein neues Überangebot wieder auf die Preise zu drücken beginnt. Mit eigenem Geld ist jeder Investor vorsichtiger. Die Verschuldung drückt auf die Preise.

Derselbe Mechanismus drückt auch auf die Öl- und Rohstoffpreise. Bei Ölpreisen von über 100 Dollar pro Barrel schien es vor einigen Jahren äußerst attraktiv, in die Erschließung unkonventioneller Lagerstätten zu investieren. Auch hierfür stellt die Finanzwirtschaft gerne Fremdkapital im Umfang von Hunderten Milliarden Dollar zu Niedrigstzinsen zur Verfügung, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das sogenannte „Fracking“ in Nordamerika bewahrte die US-Wirtschaft und den Arbeitsmarkt vor dem völligen Absturz. Nun gibt es am Ölmarkt seit ein oder zwei Jahren ein Überangebot und die Preise sind auf ein Niveau gefallen, bei dem Fracking nicht mehr rentabel ist. Die Förderung muß aber weitergehen, weil mit den Erlösen die Kredite bedient werden müssen. Wenn das dünne Eigenkapital aufgezehrt ist, ist es damit aber auch vorbei. Die Verschuldung wird so lange auf die Preise drücken, bis es kein Überangebot mehr gibt. Die Verluste aus der Abschreibung notleidender Kredite werden von der Finanzwirtschaft im Zusammenwirken mit Politik und Notenbanken wieder auf die Allgemeinheit umverteilt.

Merke: Wenn jeder an billiges Geld kommen kann, werden Überkapazitäten entstehen. In einem solchen Umfeld können sich Investitionen mit Eigenkapital nicht rechnen. Verdienen kann nur der, der etwas macht, das nicht alle machen können.

Die Politik kann das Gesetz von Angebot und Nachfrage nicht außer Kraft setzen. Wann immer sie es durch staatliche Intervention versucht, entsteht entweder zu viel oder zu wenig Angebot.

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