Die Davidsons entstammen dem Clan Dhai in Schottland.

Andreas Davison, geboren 1591 in Edinburgh, wanderte 1606 nach Westpreußen aus. Die alte Hansestadt Danzig war eine freie Stadtrepublik, die aus eigenem Entschluss politisch zu Polen-Litauen gehörte. Das reformierte Danzig hatte im 16. Jahrhundert neben mennonitischen Einwanderern aus Friesland und den Niederlanden auch viele calvinistische Schotten angezogen, die in Danzig eine starke Gemeinde bildeten.

Als Polenkönig Stephan Batory die Privilegien der Stadt Danzig 1577 mit Gewalt einzuschränken versuchte, heuerte Danzig zur Verteidigung auch ein schottisches Regiment mit 700 Mann an. Nach erfolgloser Belagerung musste Stephan Bathory abziehen und die Privilegien der stolzen Stadt bestätigen. Danzig entwickelte sich zum Haupthafen von Polen-Litauen und war bei Ausbruch des dreißigjährigen Krieges wichtigster europäischer Umschlagplatz von Brotgetreide.

Andreas Davison erhielt in der schottischen Gemeinde in Danzig Ausbildung und Anschluss. Nach sechsjähriger Lehrzeit und drei Gesellen- oder Wanderjahren gründete er sein eigenes Geschäft. Die Schotten verstanden sich auf das Tuchmacherhandwerk. Der Vater Jakobus Davison mag als Besitzer von Aikinkamper und Ardmekrone in Aberdeenshire zahlreiche Schafe gehalten haben und das Interesse der Familie an Handelsverbindungen und am Absatz ihrer Wolle könnte ein Grund gewesen sein, Andreas nach Danzig in die Lehre zu schicken. Andreas Davison starb 1662 in Zamosc/Polen.

Ein Sohn des Einwanderers war Daniel Davisson, geb. am 8. Februar 1647 in Zamosc, der sich 1682 in Danzig ansiedelte. Die von ihm verfasste Chronik aus dem Jahr 1698 ist in der Stadtbibliothek Danzig erhalten. Daniel Davisson muss recht wohlhabend gewesen sein, seine Tochter erhielt zu ihrer Hochzeit mit John Clerk eine für damalige Verhältnisse sehr stattliche Mitgift von 25.000 Gulden. Die calvinistischen Schotten waren sehr wohltätig; Daniel Davisson wirkte auch als Vorstand des Pocken-Hospitals, einer damals sehr wichtigen und angesehenen Institution. Auch seine Frau Catharina, geb. Aidy, entstammte der schottischen Gemeinde. Ihre Urenkelin Charlotte Constance Beata Davidson heiratete 1783 den späteren Bürgermeister von Danzig, Carl Friedrich von Gralath.

Am 7. Juli 1689 kommt in Preußisch Friedland ein Andreas Davidson zur Welt. Urkunden zu seiner Abstammung wurden 1696 durch einen Kirchenbrand in Preußisch Friedland vernichtet, aber er ist zweifellos ein Sohn von Daniel Davisson und ein Enkel des Einwanderers. Mit ihm beginnt die durch Urkunden gesicherte Ahnenreihe.

Der Versuch eines Bürgermeisters Davidson im Jahre 1752, sich in Preußisch Friedland mit einigen Gleichgesinnten der Herrnhuter Brüdergemeine anzuschließen, wurde durch Verbot der Herrschaft Schlochau unterbunden.

Die Friedländer Stoffe waren berühmt und wurden bis nach Russland geliefert.

1778 wurden in Preußisch Friedland 54 Tuchmachermeister gezählt.

Der dritte Sohn des letztgenannten Andreas Davidson war Johann Karl Davidson (1771-1831) der als Großkaufmann, Ratsherr und englischer Konsul in Thorn zu einigem Ansehen gelangte.

Die Stadt Thorn wurde im 13. Jahrhundert durch den Deutschen Orden gegründet und fiel 1466 Teil an das Königreich Polen. Rat und Bürgerschaft der Stadt hatten sich 1557 für die reformierte Konfession entschieden; Albrecht v. Brandenburg-Ansbach hatte schon 1525 die reformierte Konfession angenommen und den früheren Deutschordensstaat als Herzog in Preußen unter dem polnischen König regiert. Während Deutschland Ende des 16. Jahrhunderts von Glaubensspaltung, Gegenreformation und Verarmung der Städte heimgesucht und später im 17. Jahrhundert durch den dreißigjährigen Krieg verwüstet wurde, erlebten insbesondere die freien Städte in der „Adelsrepublik“ Polen/Litauen ein goldenes Zeitalter, geprägt von religiöser Toleranz, Recht und Freiheit. Amtssprache war Latein. Dies war der Humus, in dem der Fleiß der Tüchtigen und Begabten Wurzeln schlagen und Großes schaffen konnte. In der Handelsstadt Thorn blühten Kultur und Wissenschaft.

Die Zeit der Privilegien und der religiösen Toleranz endete für Thorn im 18. Jahrhundert, als der zum Katholizismus konvertierte August der Starke von Sachsen auch Polen regierte. Mit der zweiten polnischen Teilung kamen Danzig und Thorn 1793 zum Königreich Preußen, das 1701 aus dem früheren Herzogtum entstanden war.

Der zweite Sohn von Johann Karl Davidson war Eduard Wilhelm Davidson, geboren am 16. Juli 1805. Er wurde Kammerrat und Verwalter der gräflichen Güter im Dienst des Grafen Stolberg-Wernigerode in Gedern, Oberhessen.

In Gedern heiratete er die dort gebürtige Marie Luise Zimmermann. Sie sind die Eltern meines Urgroßvaters Generalleutnant Eduard Friedrich August Theodor Davidson, geboren in Gedern am 29. Juni 1840.

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